3D

13. 2. bis 15. 3. 2015

3D - Johann Feilacher, Barbara Höller, Gert Linke, Szilvia Ortlieb, Egon Straszer
DOK St. Pölten, 3100 St. Pölten, Prandtauerstraße 2
Mittwoch bis Sonntag 10 bis 17 Uhr, Eintritt frei
www.noedok.at

Der reale Raum, in dem die Ausstellung stattfindet, wird mittels mathematischer Prinzipien untersucht und in transformierbare Puzzlebildobjekte übertragen, die als Quasi-Subjekte ihre Studien der Raumbeziehungen vorzeigen.

Die Konvention der Raumdarstellung durch drei Dimensionen (Achsen x,y und z) wird durch die 90°-Drehung demontiert und aufgelöst. Die transformativen Bildobjekte verweisen auf die Relativität der (Raum)wahrnehmung und das zeitliche Erlebnis. Der Raum wird zum Ornament in der Fläche abstrahiert.

Im Vorfeld der Installation wurde in einem CAD-Programm ein maßstabsgetreues 3D-Modell des Ausstellungsraumes erarbeitet. In diesem einfachen Modell wurden durch exakte Teilung der Raumdiagonale 4 Punkte auf dieser imaginären Linie fixiert, die den Bildern genau mittig zugeordnet werden. Diese 4 Punkte im Raum dienten als Positionspunkte für jeweils 8 digital erzeugte Fotos von den 8 Ecken des (leeren) Raums. Das digitale CAD-Programm erzeugte aus diesen definierten Standpunkten Ansichten der Raumecken, aus denen die Lage der Raumachsen x/y/z abgeleitet wurde. Von den 8 Ecksituationen wurden für jeden Kamerastandpunkt jeweils 4 ausgewählt. Diese Zuordnung zu jedem der vier Kamerastandpunkte erfolgte ebenfalls nach systematischen Grundregeln.

In dieser Inszenierung beauftragte die Künstlerin eine Art digitalen Avatar (= eine mit Kamera ausgestattete Drohne), um Perspektiven zu wählen, die für BetrachterInnen üblicherweise nicht einnehmbar sind. Diese Ansichten der Raumachsen werden in Bilder übertragen. Die Gleichzeitigkeit mehrerer Blickwinkel auf einer Bildebene verweist auf die Relativität der Raumwahrnehmung, die sie je nach Position verändert. Die Relationen der Linien fordern bei Betrachtung  einen konstruierenden Blick, der den dekonstruierten Raum wiederherstellen möchte.

"Linien gebe es überall, sagte Humboldt. Sie seien eine Abstraktion. Wo Raum an sich sei, seien Linien. Raum an sich sei anderswo. sagte Pater Zea. Raum sei überall! Überall sei eine Erfindung."
aus (Daniel Kehlmann, Die Vermessung der Welt, Reinbeck bei Hamburg 2006, Seite 115)