glasslines

glasslines
2008, 2010

Die Transparenz als ursprüngliche Eigenschaft von »Glas« ist das Thema der sehr zeichnerischen Materialuntersuchungen. Die Unterteilung in kleine Maßeinheiten dienen als Möglichkeit, den (unsichtbaren) Raum einer dünnen Glasplatte zu erfassen und ihn spürbar zu machen.

Der Arbeitsprozess:
3 Glasscheiben sind übereinandergelgt, wobei die mittlere Glasscheibe als Zeichenfläche benutzt wird. Diese wird in kleine Einheiten (2 x 2 cm) zerschnitten. Die Kanten der kleinen Glasteile werden teilweise mit einem weißem Lackstift bezeichnet, bevor sie puzzleartig wieder zu einer Einheit zusammengesetzt werden. Die ursprünglich völlig geraden weißen Linien werden beim abschließenden Schmelzprozess (der das Glas wieder in den flüssigen Zustand versetzt) nicht verbrannt, jedoch  in ihrer Form verändert. Luftblasen steigen durch die Trennkanten auf und beugen und drehen die Linie. Die Luftblasen bleiben an der Oberfläche des Glases stehen und geben der Arbeit eine weitere Struktur.

»Die doppelten Lacklinien, die im Schmelzprozess nicht immer exakt übereinander zu liegen gekommen sind, erzeugen ein Flimmern und Flirren, eine Unschärfe, die der Arbeit im Zusammenspiel mit den auf perlenden, unterschiedlich großen, verfestigten Luftblasen, Leichtigkeit und eine fast impressionistische Zartheit verleihen.« (M.C. Holter)

Das strenge Raster ist als Ordnungsstruktur im Leben und Denken allgegenwärtig. Der Zufall als chaotisches gestalterisches Element ermöglicht Entwicklung und Veränderung. Neben der »eindeutigen Lagebestimmung« in der Serie CROSSLINES finden sich in der Serie BY THE WAY Elemente der »vorsichtigen Wegerkundung«, während in den Arbeiten der Serie ZONE eine Art »Labyrinth der Möglichkeiten« das Terrain beherrscht.

»Es liegt ein Raster von Teilungen zugrunde, der von der Künstlerin beliebig ein- und ausgeblendet wird. So basiert der Entwurf zu »glass lines« auf einem per Mausklick ausgedünnten, zu einem Labyrinth umgestalteten Liniensystem.«
(M.C. Holter)