concurrent access

Concurrent Access

Barbara Höller verwendet mathematische und konstruktive Elemente, um Bilder zu generieren. In ihrem neuen Zyklus "concurrent access" werden reale Räume mittels geometrischer Prinzipien untersucht. Höller verwendet die konventionelle Art der Raumdarstellung durch drei Dimensionen (Achsen x, y und z), löst den Raum aber durch die gleichzeitige Anwesenheit mehrerer Perspektiven in ein vieldeutiges Feld der Möglichkeiten auf.

Durch die zusätzliche Möglichkeit der Transformation (d.h. Teile der Bilder können jeweils um 90° gedreht werden) verweisen die Arbeiten auf die prinzipielle Relativität der (Raum)Wahrnehmung. Durch die aktive Beteiligung der Bildbetrachter_innen werden Rollenzuschreibungen im System von Bilderfahrung, Bildkonstruktion und Bildidee durchlässig und verschmelzen zugunsten eines hybriden Ganzen. Die Relationen der Linien fordern bei Betrachtung einen konstruierenden Blick, der den dekonstruierten Raum wiederherstellen möchte.

Der Entwicklungsvorgang der abstrakten Bilder folgt einem strengen konzeptionellen Prinzip. In einem CAD-Programm wird ein 3D Modell des Raumes benützt, um Standpunkte zu definieren, aus denen die Perspektive verschiedener Ecksituation abgeleitet werden können. Diese aus diesen Ansichten entnommenen Raumachsen werden über mehrere konstruktive Regelsysteme in die Bildwerke übertragen. Der malerische Eingriff ist stark minimiert, so dass die Bilder an grafische Arbeiten verweisen. Schwarze Linien sitzen auf hellem glatten Grund, keine Pinselspur ist zu sehen, allein die Stärke der Linie ist das Ergebnis der freien künstlerischen Entscheidung.