(Zu)Taten

(Zu)Taten

Der Film beleuchtet das Zeitalter der Funktionalität anhand der Tätigkeit des Kochens. Kochen wird als aktive Tatabfolge verstanden, die räumlich vermessen wird. Unterschiede der gesellschaftlichen Strukturen bilden sich in diesen Taten ab.

Musik: Reinhard Süss www.reinhardsuess.at
Sound Design: Peter Kollreider www.kollreider.eu

2018, Animation, 4'56''

Handlungen, die zum Gelingen einer nahrhaften Suppe („Ritschert“) dienen, werden in diesem Film aufgezeichnet. Die Grundidee dazu entstammt der Vorarbeit bei der Entwicklung der sogenannten „Frankfurter Küche“ von Schütte-Lihotzky (ca. 1924). Das damalige Vermessen der Weglängen durch Schrittzählung führte zur Verknappung der Wege in der kompakten Arbeiterküche der Wohnblocks der dreißiger Jahre.

Es braucht exakt 52 aneinandergereihten Handlungen (=Taten) um ein „Ritschert“ zu kochen. Diese (immergleichen) Wege zwischen Tisch, Kasten, Herd und Regal werden filmisch in verschiedenen dokumentierten Küchengrundrissen der letzten hundert Jahre nachgezeichnet. Es entstehen Linienknäuel, die durch ihre unterschiedlichen Größen und Dichten die Gewohnheiten der Zeiten widerspiegeln.

Wieviele Taten braucht eine Veränderung?

Der Film entstand im Rahmen des Projektes "RitschArt"
(Zeitgenössische Kunstbeiträge zu 100 Jahren Geschichte anhand des Gerichtes "Ritschert")
Idee: Luise Kloos