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Hartwig Knack
aus: Next Generation

Formenvokabular und inhaltlicher Anspruch traditioneller
Konkreter und Konstruktiver Konzepte
in Beispielen Zeitgenössischer Kunst
(Vortrag Forum konkrete Kunst Erfurt 2010)

„Für mich ist immer noch gültig, dass das Werk, das ich erzeuge, nichts anderes ist, als es ist (also Farbe, Material, Form). Die Bedeutung ergibt sich somit selbstverständlich, zb; rund, lang, rot, weich, eckig, groß, klein ….“, sagt Höller.

Zwar bezeichnet sich Höller explizit nicht als Konkrete Künstlerin, Parallelen sieht sie aber in der Auseinandersetzung mit den Elementen der Malerei an sich wie z.B. Farbauftrag und Farbverlauf. Auch arbeitet sie vornehmlich mit geometrischen Elementen, mit Quadrat, Kreis und Linie. Einschränkend sagt sie aber, dass diese Formen für sie Grundbausteine des Lebens darstellen und dass es erlaubt sein müsse, diese auch jenseits “konkreter Vorgaben“ unterschiedlich zu nutzen.

In frühen Arbeiten beschäftigte sie sich mit der Synthese von Holz und Farbauftrag. Es ging der Wiener Künstlerin um die Frage nach Vorder- und Hintergrund, um Raum und Umraum, um ein Außen oder Innen. Optische Täuschung mit formal sehr reduzierten Mitteln war hier das Stichwort. Im Jahr 2002 hat Höller ein System entwickelt, in dem sie Acrylfarbe in Tiefenbohrungen gießt. Als Bildträger dienen hier zum Teil farbige MDF-Platten. Die Farbe Weiß wird als Ausgangspunkt hergenommen und mit einer anderen Farbe getrübt. So entstehen zum Teil farbkräftige Farbverläufe, welche räumliche Illusionen erzeugen können.

Faltenabguss, 2008, 50 x 100 cm, Acrylfarbe kaschiert auf Aluminium

Den Fokus ihrer jüngsten Werke legt Barbara Höller auf das Spannungsfeld Bildträger und Farbe. Akribisch untersucht sie die technischen Eigenschaften von Farbe und verwendet sie als Material per se. Als autonome Instanz und losgelöst vom Bildträger wird bei Höller die Farbe oftmals selbst zum Objekt. In ihren Foldings benutzt sie Acrylfarbe als Abgussmaterial. Als Formgeber dienen auseinander gefaltete Plastikmüllsäcke. Mal sind die chaotischen Spuren von achtlos zerknüllten Säcken abgenommen, mal die rechtwinklige Faltenbildung von ordentlich gestapelten Säcken.

(Typoskript Barbara Höller “Über meine Arbeit“, August 2010, Wien)

Hartwig Knack
Oberfläche und Tiefgründigkeit

Eröffnungsrede
artmark Galerie Wien 2009

Barbara Höller legt den Fokus ihrer jüngsten Werke auf das Spannungsfeld Bildträger und Farbe. Akribisch untersucht sie die technischen Eigenschaften von Farbe und verwendet sie als Material per se. Als autonome Instanz und losgelöst vom Bildträger wird bei Höller die Farbe – traditionell und ganz banal als Oberfläche eines Tafelbildes bezeichnet – oftmals selbst zum Objekt.

Barbara Höller hat sich auch lange Zeit intensiv mit dem facettenreichen Thema der Zeit und der Zeitmessung auseinandergesetzt. Grundsätzlich ist es ja so, dass wir in unserer Gesellschaft die Orientierung an einer Uhr oder zumindest an einem Kalender brauchen, um eine Grundlage einer gemeinsamen Kommunikation über Zeit zu finden. Für den Alltag ist Zeit das Bezugssystem, das die Verlässlichkeit des Planens und des Handelns überhaupt erst ermöglicht. In diesem Zusammenhang zu sehen ist die Serie der Spiralen, mit der Barbara Höller das Zeitthema aufgreift. Die Spirale – schon in prähistorischer Zeit auf Felsmalereien zu finden, hatte nie einen eindeutig bestimmbaren Symbolgehalt. Ein Bedeutungszusammenhang mit der Vorstellung einer zyklischen Bewegung wie sie schon früh bei Gestirnen feststellbar war, oder generelle Dinge wie Entwicklung, Wachstum, Ausdehnung, Werden und Vergehen sind wahrscheinlich. Hier geht es Barbara Höller also um die Ordnung oder Systematisierung von Zeit.

Hartwig Knack ist Kunsthistoriker und freir Kurator und lebt in der Nähe von Wien.